Wirkungen

BERICHT ÜBER ERFAHRUNGEN MIT DEN WIRKUNGEN DES „KLANGBETTES“ (SOMACHORD®)

Offener Brief an PANTAO NAT-UR-TON MUSIK Hans Peter Klein in Seeburg, vom INSTITUT FÜR MUSIKTHERAPIE Johanna von Schulz, Berlin

Das Klangbett, wie das SOMACHORD bei uns Im Institut allgemein genannt wird, hat immer vielfältige Verwendung gefunden. Ich habe mit Mitarbeitern und Studenten in immer neuen Experimenten immer Neue spannende Möglichkeiten der Anwendung sowie von Kombinationen gefunden, die in der Therapie dann zu erstaunlichen Ergebnissen führten Bei körperbehinderten Patienten, z. B. bei Lähmungserscheinungen und Verkehrsunfällen, Schlaganfällen, bei spastischen Lähmungen u. a. konnte das "Klangbett" als "Krönung" der vorbereitenden Klangtherapie des ''Beschallungsprogrammes'' mit großen Becken, Baßstab , Baßkalimba, Gongs und Trommeln, die als Vibrations- oder Schwingungstherapie zum Einsatz kommen um die Verkrampfungen zu lösen, Resensibilisierungsprozesse in Gang zu bringen und die Atmung zu vertiefen und zu regulieren, diese Klangtherapie in ganz besonderer Weise verstärken, vertiefen.

Verbunden werden diese Klangwirkungen mit einer gezielten Atemtherapie So können über diese und die Klangwirkungen auf das Zentralnervensystem und das Sonnengeflecht sowie auf der taktilen Wahrnehmungsebene erstaunliche Erfolge zur Lösung von Verkrampfungen und Lähmungen erzielt werden. Besondere Erfolge konnten bei Patienten mit Multipler Sklerose erreicht werden, die immer noch als unheilbar gilt. Durch Atemtherapie, ''Beschallungsprogramm'' und ''Klangbett'' wurde die Sensibilität der taktilen Wahrnehmung wieder erreicht und damit die Fähigkeit die Glieder wieder gezielt zu bewegen, wieder zu laufen und u. a. Bei diesen Patienten wurde die Wirkung des ''Klangbettes'' noch verstärkt dadurch, daß um das ''Klangbett'' mehrere Gongs postiert wurden, deren Klang das ''Klangbett'' mit dem darauf liegenden Patienten umrundete und den Saitenklang potenzierte. Noch eine Steigerung ergab sich durch die dazukommende Stimme mit Obertongesang. So entstand ein vielfältiges Klangspektrum.

Bei Epileptikern wirkte sich ein ähnlicher Therapieaufbau mit Atemtherapie, ''Schalltherapie'' und ''Klangbett'' reduzierend auf die Krampfbereitschaft aus. Blinde Patienten wurden in ihren auditiven und taktilen Wahrnehmungen verstärkt zu Erlebnissen geführt, die andere Orientierungsübungen ideal ergänzen und verfeinern Gehörlose Patienten können ergänzend zu Schwingungsübungen, die zur Tonanbahnung zum Einsatz kommen, erweitert durch das Tönen gegen widerhallende Instrumente als verstärkende Resonatoren das ''Klangbett'' als Ganzkörpererlebnis und Obertonschwingung erleben, auch verstärkt durch mittönende Gongs und die Stimme So wird die Möglichkeit zur eigenen Sprache, zum Singen, zur Sprachmelodie geschaffen. So ist bei diesen Patienten der Ansatz der Musiktherapie mehr die physiotherapeutische Komponente, da der Weg über den Körper gebahnt wird. Dennoch ist Musiktherapie eine Ganzheitstherapie, da Körper und Seele nicht zu trennen sind und in gegenseitiger Wechselwirkung zueinander stehen. So werden natürlich auch die seelischen Vorgänge beeinflußt, neuer Lebensmut geschaffen durch die Therapieerfolge

Auch in der Psychotherapie kommt das ''Klangbett'' zu sehr erfolgreicher Anwendung. Vorbereitet durch Klangerlebnisse durch Becken und Gongs, die emotionale Blockaden lösen, oder Pauken und Trommeln, die gestaute Aggressionen freisetzen und kanalisieren in kreatives Gestalten. Durch Improvisation kann das ''Klangbett'' durch verschiedene Assoziationen, die aus tieferen Bewusstseinsschichten aufsteigen, sehr verstärkend wirken. Das An- und Abschwellen des Klanges strömt wie Wellenbewegung und bringt neben der wohligen Körperempfindung der Vibrationen eine "innere Wellenbewegung'' in Gang, die tiefste Erlebnisse freisetzen kann. Allerdings können solche ungewohnten Erlebnisse auch anfangs Ängste und Erschrecken auslösen, da sich eine Vielfalt von verdrängten oder verschütteten Emotionen und leidvollen Erfahrungen in ihnen spiegeln. Hier konnte das Umrunden des ''Klangbettes'' mit verschiedenen Gongklängen den beängstigenden ''Abhebeeffekt'' des Gefühls ''wegzufliegen'' wieder ''erden“. Alkoholiker und Drogenabhängige sowie Patienten aus dem ''Knast'' erlebten die wohltuende Wirkung auf die sie bedrängenden Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die sich in positive Bilder umformten und allmählich auflösten. Manchmal war es eine Hilfe, die Patienten nicht auf das ''Klangbett'' sondern darunter zu legen, wo sie nur in Klang gehüllt sind und in dieser Klangglocke verstärkt evtl. durch Obertonsingen, innere Geborgenheit finden. Das Klangerlebnis wird oft transformiert erlebt in Farbenspektren, aufsteigenden Bildern, Assoziationen. Viele Patienten schildern diese Musiktherapie als einen Weg über das Erleben der Einheit von Körper Seele und Geist zur Harmonie des gestörten Ineinandergeifens - zu sich selbst.

So ist das ''Klangbett'' ein sehr wertvolles Medium für Heilungsprozesse.

Berlin, den 20 12.1996 , mit freundlichen Grüßen Johanna von Schulz